Während in Deutschland noch winterliche Bedingungen herrschen, arbeiten die Leistungsträgerinnen und Leistungsträger der Rheinbrüder Karlsruhe tausende Kilometer entfernt an ihrer Form. Die Herren trainieren vier Wochen lang an der US-Westküste in Kalifornien, während Jette Brucker zeitgleich mit dem Karlsruher Damenbundestrainer Ralf Straub und der Damen-Nationalmannschaft an der Ostküste in Florida an ihrer Form feilt – geografisch getrennt, sportlich vereint in einem Ziel: eine erfolgreiche Saison 2026.

Vier Wochen „wie im Paradies“ – Rheinbrüder-Herren trainieren in Newport Beach
Karlsruhe/Newport Beach – Seit Anfang Februar bereitet sich eine sechsköpfige Trainingsgruppe der Rheinbrüder gemeinsam mit Rheinbrüder Herrentrainer Yannik Hofmann an der kalifornischen Pazifikküste auf die Saison vor. Bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad, täglichem Sonnenschein und meist ruhigem Wasser finden die Karlsruher nahezu ideale Bedingungen im riesigen Yachthafen von Newport Beach vor. „Wie im Paradies“, beschreibt der deutsche Junioren Vizemeister des vergangenen Jahres Jannik Heritz das Trainingsumfeld. Lediglich zur Mittagszeit oder am Wochenende wird es etwas welliger, wenn die unzähligen Schiffe den Hafen passieren, um auf den Ozean zu gelangen – ansonsten herrschen Top-Bedingungen.
Trainiert wird im Newport Aquatic Center, wo das Team äußerst herzlich empfangen wurde. Besonders Billy Whitford, Gründer und Leiter des Zentrums, unterstützt die Rheinbrüder engagiert bei Material- und Organisationsfragen. Die Verbindung nach Newport hat Tradition: Bereits 1986 absolvierte der heutige Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann hier sein erstes Trainingslager in der USA als Sportler. Genau 40 Jahre später kehrt nun sein Sohn Yannik als verantwortlicher Trainer mit seiner Trainingsgruppe an denselben Ort zurück.
Mit Hanno Wortmann, dem U23-Vizeeuropameister, dem im letzten Jahr, in seiner ersten ,,Rheinbrüder-Saison‘‘ bereits eine wahnsinnige Leistungssteigerung gelang, hat die Gruppe einen starken Ausdauerathlet dabei, der sich auch in diesem Jahr wieder für eine Auswahlmannschaft qualifizieren möchte.
Der mittelerweile seit 2019 in Karlsruhe lebende Paul Grosser arbeitet in Kalifornien nach überstandener Rückenverletzung weiter konsequent an seinem Comeback. Nachdem er sich im vergangenen Jahr bereits mit einer Medaille bei den Deutschen Meisterschaften zurückgemeldet hatte, möchte sich auch der KIT Student 2026 für das U23 Auswahlteam des Deutschen Kanu Verbandes qualifizieren.
Ergänzt wird das Team durch die Junioren-WM-Medaillengewinner von 2023 und 2024 Jaron Schulz und Vincent Hoiß, in der letzten Saison nach Karlsruhe gewechselt, sowie den 2026 neu in der Leistungsklasse startenden Jannik Heritz, .
Neben ausgiebigen intensiven Wasser- und Krafteinheiten im NAC-Fitnesscenter sorgen ein Ausflug nach Los Angeles oder Beachvolleyball und Surfen direkt am Strand vor der Unterkunft für die entsprechende Abwechslung. Das Fazit von Trainer Yannik Hofmann fällt eindeutig aus: „beste Bedingungen, starke Trainingsgruppe und optimale Grundlagen Vorbereitung auf die kommenden Aufgaben. Jetzt gilt es sich in dem kommenden Trainingslager in Sevilla gezielt auf den entscheidenden Wettkampf Anfang April vorzubereiten um dort die Topform präsentieren zu können“.
Bechtold in der Türkei statt Amerika
Canadierspezialist Tim Bechtold war mit Bundestrainer Gunar Kirchbach und dem A-Team des Deutschen Kanu Verbandes nicht in Übersee unterwegs, sondern arbeitete wie U23 Kollege Nils Böhm in Belek/Türkei an den Grundlagen. Der talentierte Knielinger möchte 2026 den Sprung in die A-Mannschaft schaffen, da er für die U23 nicht mehr starberechtigt ist. Dass er das Zeug dazu hat, hat er spätestens mit seinem courgierten Auftritt und Rang vier bei den U23 Weltmeisterschaften 2025 im Einercanadier auch bewiesen.
Für Brucker und Böhm geht es in zwei Wochen zur direkten spezifischen Vorbereitung nach Andalusien, wo sie sich mit Heimtrainerin Maren Knebel und dem Team des Bundesstützpunktes auf die nationalen Ausscheidungswettkämpfe vorbereiten. Während Bechtold nochmals mit dem A-Team des Spitzenverbandes ins italienische Sabaudia fährt. Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann, der zu Beginn mit in Newport Beach war, um die Organisation vor Ort zu klären zeigt sich mit den ersten Trainingslagern zufrieden, „die Grundlagen konnten an allen drei Orten hervorragend gelegt werden. Jetzt gilt es an den individuell spezifischen Fertigkeiten weiterzuarbeiten um sich auf der WM-Qualifikation eines der begehrten Nationalmannschaft Tickets zu sichern.