15 Deutsche Meistertitel: Rheinbrüder feiern stärkste Goldbilanz seit 2015:

47 Athletinnen und Athleten holen in Brandenburg an der Havel insgesamt 45 Medaillen – Marie Freisinger und Marie-Sophie Syskowski waren die Medaillenhamster

Mit einer der stärksten Bilanzen der vergangenen Jahre sind die Rheinbrüder Karlsruhe von der Deutschen Meisterschaft im Kanurennsport in Brandenburg an der Havel zurückgekehrt. 47 Sportlerinnen und Sportler des Karlsruher Traditionsvereins gingen bei den nationalen Titelkämpfen an den Start und sammelten insgesamt 45 Medaillen. Besonders bemerkenswert: 15 Goldmedaillen gingen hierbei an Rheinbrüder Athletinnen und Athleten. Hinzu kamen zehn Silber- und 20 Bronzemedaillen. Mehr deutsche Meistertitel hatte der Verein bei einer DM seit 2015 nicht mehr gewonnen.

Neben der starken Gesamtbilanz waren es vor allem mehrere Mehrfach-Titelträger, die dem Karlsruher Auftritt ihren Stempel aufdrückten. Von den Schülern, über die Jugend- und Junioren bis hin zur Leistungsklasse konnten sich die Rheinbrüder in zahlreichen Einzel- und Mannschaftsbooten in der deutschen Spitze behaupten.

Marie Freisinger dominiert die weibliche Jugend

Einen außergewöhnlichen Auftritt zeigte die frischgebackene Juniorenvizeweltmeisterin Marie Freisinger. Die junge Rheinbrüder-Athletin gewann in der weiblichen Jugend gleich fünf deutsche Meistertitel. Sowohl im K1 über 200 Meter als auch über 500 Meter ließ sie die nationale Konkurrenz deutlich hinter sich und setzte sich dabei jeweils vor Kim Naumann/Lauenhain durch. Den Mega-Erfolg auf der Sprintstrecke komplettierte ihre Rheinschwester Morgan Fox mit dem Bronzerang.

Gestärkt durch die Soloerfolge setzte sich das Karlsruher Duo Freisinger/Fox auch im Zweierkajak über 500 und 200 Meter vor den starken Booten aus Potsdam, Magdeburg, Lauenhain und Neubrandenburg durch. Mit einem Start-Ziel-Sieg und über zwei Sekunden Vorsprung dominierten Freisinger/Fox zusammen mit Mara-Elie Syskowski und Hannah Schmidt-Kufeke im K4 über die olympische Distanz und paddelten so das erfolgreiche Karlsruher Quartett von Trainer Cedric Maas souverän zum deutschen Meistertitel. Auf der 5000-Meter-Distanz kam für Freisinger zusammen mit Ausdauerspezialistin Lilli Simon noch eine Bronzemedaille im Langstreckenzweier hinzu. Weitere zwei Bronzemedaillen sollten im Junioren-K2 mit Undine Horakh, sowie im Junioren-K4 mit Fox,Horakh und Rebecca Hirsch dazukommen. Mit allein fünf Goldmedaillen in ihrer eigentlichen Altersklasse gehörte Freisinger damit zu den herausragenden Athletinnen der gesamten Meisterschaft.

Zwei Titel für Rebecca Hirsch

Die 18-jährige Vizeeuropameisterin Rebecca Hirsch konnte sowohl über die 1000m als auch über die 5000m ihre Ausdauerfähigkeiten unter Beweis stellen und sich ihre ersten zwei Titel bei deutschen Meisterschaften sichern. Ihre Mannschaftskameradin Undine Horakh erpaddelte über 1000 Meter die Bronzemedaille und erkämpfte sich im Mixed-K2 mit JWM-Teilnehmer Moritz Hörner die Vizemeisterschaft über 500 Meter. Mit den Bronzemedaillen im Sprint-Zweier durch Horakh/Freisinger und im Viererkajak zusammen mit Freisinger, Fox und Horakh, sowie durch Hörner über die lange Strecke, waren es gleich sieben Medaillen für die von Maren Knebel und Yannik Hofmann gecoachte Karlsruher Kajak Juniorentruppe.

Zehn Medaillen für Marie-Sophie Syskowski

Eine unglaubliche Medaillenausbeute verbuchte Marie-Sophie Syskowski. Insgesamt zehn Medaillen nahm die Rheinbrüder-Canadierfahrerin aus Brandenburg in der Junioren- und Leistungsklasse mit nach Hause. Fünf davon glänzten golden: Im C1 über 1000 Meter setzte sich Syskowski sogar gegen 500 Meter Juniorenvizeweltmeisterin Lykka Strobl/Leipzig und Mera Klapheck durch. Gemeinsam mit ihrer Vereinskameradin Emelie Göttert gewann sie den C2 über 500 Meter vor Sachsen und ihren Mannschaftskameradinnen Cheyenne Heidl und Mera Klapheck. Einen weiteren deutschen Meistertitel sicherte sie sich im C2 über 200 Meter an der Seite von Cheyenne Heidl vor Klapheck/Göttert. Zum Sieg paddelte auch das Karlsruher Quartett Syskowski/Heidl/Klapheck/Göttert im Vierercanadier. Die fünfte Goldmedaille gab es für Syskowski in Abwesenheit der Potsdamer Weltmeisterinnen Jakob/Loske im Sprint C2 der Damen LK mit Partnerin Heidl.

Dass die Rheinbrüder, im von Trainer David Reeck betreuten weiblichen Canadierbereich, derzeit ausgesprochen stark aufgestellt sind, zeigte sich auch im C1 über 200 Meter. Dort gewann Sprintspezialistin Cheyenne Heidl in einem spannenden Finale den deutschen Meistertitel. Hinter der Leipzigerin Strobel paddelte Syskowski auf Platz drei. Über die Langstrecke gab es zum Abschluss mit Silber für Klapheck und Bronze für Syskowski zwei weitere Karlsruher Medaillen für die Juniorinnen.

Für einen der außergewöhnlichsten Auftritte der Meisterschaft sorgte ein Rheinbrüder-Paradeboot in der Leistungsklasse. Im Vierercanadier ging WM Teilnehmer Tim Bechtold mit seinem Mannschaftskameraden Nils Böhm, dem Junior Lukas Herpel und der Juniorin Marie-Sophie Syskowski gemeinsam an den Start. Das Karlsruher Boot war dabei das einzige im Feld, in dem mit Syskowski eine Frau gemeinsam mit drei Männern antrat. Dass diese ungewöhnliche Besetzung keineswegs nur für Aufmerksamkeit sorgen sollte, bewies das Quartett auf dem Wasser: Mit Platz zwei paddelten die Rheinbrüder zur Silbermedaille und sorgten damit auch auf den Zuschauerrängen für großes Staunen.

Der einzige Karlsruher Canadier-Junior Lukas Herpel konnte sich neben der C4 Silbermedaille in der Leistungsklasse auch bei den Junioren im Einercanadier über die 5000 Meter mit Rang zwei seine zweite Medaille ergattern. Mit einem weiteren deutschen Meistertitel kehrte LK-Fahrer Tim Bechtold aus Brandenburg zurück. Im C1 über 5000 Meter wurde er zum dritten Mal in Folge seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich gegen die nationale Konkurrenz durch. Erst kurz zuvor hatte Bechtold auf dieser Strecke bei der Weltmeisterschaft mit einem starken achten Platz international auf sich aufmerksam gemacht. Auch über 1000 Meter stand er auf dem Podest. Im C1 belegte Bechtold hinter den WM-Startern David Bausche/Leipzig und Florin Bange aus Potsdam den dritten Rang. Zwei weitere Medaillen folgten mit Bronze im C2 über 1000 Meter mit Rheinbruder Böhm und Silber im Mixed-C2 mit Medaillensammlerin Syskowski. Mit Gold auf der Langstrecke und vier weiteren Podestplätzen bestätigte Bechtold damit auch bei der Deutschen Meisterschaft seine starke Saison.

Wortmann überzeugt gegen deutsche Spitzenklasse

U23 Bronzemedaillengewinner Hanno Wortmann zeigte bei den Herren der Leistungsklasse zwei starke Auftritte. Über die olympischen 1000 Meter im K1 musste sich der Rheinbrüder-Athlet nach einem starken Rennen lediglich Jacob Schopf aus Potsdam geschlagen geben. Hinter dem dreifachen Olympiasieger und mehrfachen Weltmeister sicherte sich Wortmann die Silbermedaille und bestätigte damit seine Zugehörigkeit zur deutschen Spitze.

Noch erfolgreicher verlief für ihn die 5000-Meter-Distanz. Dort setzte sich Wortmann souverän durch und gewann seinen ersten deutschen Meistertitel vor dem Langstrecken-Nationalmannschaftsspezialisten Nico Paufler. Insbesondere auf der langen Strecke ließ Wortmann keinen Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen und entschied das Rennen überlegen für sich. Nach fünf Jahren gab es für die Rheinbrüder in der Leistungsklasse wieder mal eine Medaille im Viererkajak, diesmal über die olympische 500 Meter Distanz. Jaron Schulz und Jannik Heritz belegten zusammen mit Julian Schmiech/Heilbronn und Emil Flohr/Mannheim den Bronzerang hinter den mit Nationalfahrern gespickten Vierern aus NRW und Sachsen.

Auch der Nachwuchs sammelt kräftig DM-Medaillen

Dass auch in den jüngeren Altersklassen bereits viel Potenzial vorhanden ist, zeigten die von Trainer-Duo Kai Peukert und Paula Maurer betreuten A-Schülerinnen der Rheinbrüder. Im K4 über 500 Meter paddelte Lyn Elmer gemeinsam mit Emma Justus aus Koblenz, Sophia Cole und Anne Hofmann auf den dritten Platz und sicherte sich damit ebenso die Bronzemedaille wie auch über die 2000 Meter Distanz, wobei dort für Cole, Emilija Vucak im Boot saß. Im K2 über 500 Meter stand Elmer zusammen mit Justus nochmal als Dritte auf dem Podest. Im Kanumehrkampf überzeugte Elmer wie im Vorjahr in ihrer Altersklasse und belegte hinter Emma Justus den zweiten Rang.

Auch im Canadierbereich der A-Schülerinnen gab es Grund zur Freude: Luna Rastetter beendete die Meisterschaften mit insgesamt vier Medaillen und bestätigte damit ihre starke Entwicklung im Karlsruher Nachwuchs. Neben Silber im Kanumehrkampf, gab es für die 14-jährige drei Bronzemedaillen: Im C1, im Zweier mit Lea Kosover und zusammen mit Mathilda Dicke und Ida Seeburger im Vierercanadier über die 500 Meterdistanz. Daniel Helfrich startete im ersten Jahr in der Jugendklasse und konnte zusammen mit seinem Mannheimer Partner Lennox Joswig im C2 über 1000 Meter ebenfalls in die Medaillenränge fahren.

Breite Mannschaft als Grundlage des Erfolgs

Der sichtlich zufriedene Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann bilanzierte nach der Meisterschaft: „Die Ergebnisse zeigen, dass wir nicht nur von einzelnen Spitzenleistungen profitieren, sondern sich die 45 Medaillen auf alle Altersklassen und Bootskategorien verteilen und wir somit breit aufgestellt sind. Es zeigt aber auch, dass bereits die nächste Generation auf nationaler Ebene erfolgreich auf sich aufmerksam macht.”

Die Deutsche Meisterschaft in Brandenburg an der Havel bildet für fast alle einen starken Abschluss der nationalen Saison. Für Mera Klapheck, Morgan Fox und Sophia Armbruster gibt es aber noch eine kleine internationale Zugabe: Die drei Athletinnen der Rheinbrüder konnten sich für die Olympic Hope Games qualifizieren und werden zusammen mit Trainer Yannik Hofmann zum internationalen Nachwuchswettkampf nach Bratislava/Tschechien fahren.

Den Abschluss der Saison bilden die alljährlichen Baden-Württembergischen Meisterschaften am 26. September im Karlsruher Rheinhafen.