Rheinbrüder Karlsruhe glänzen mit 197 Medaillen bei Süddeutschen Meisterschaften

84 Gold-, 62 Silber- und 51 Bronzemedaillen – starke Auftritte von der Schülerklasse bis zur Leistungsklasse

Mannheim/Karlsruhe, 15.07.2026: Mit einer beeindruckenden Bilanz haben die Rheinbrüder Karlsruhe bei den Süddeutschen Meisterschaften im Kanurennsport erneut ihre Ausnahmestellung im süddeutschen Raum unterstrichen. Über alle Altersklassen hinweg sammelte der Karlsruher Traditionsverein 197 Medaillen – darunter 84 Gold-, 62 Silber- und 51 Bronzemedaillen – und präsentierte sich damit einmal mehr in großer Breite als der erfolgreichste Verein in Süddeutschland.

Besonders bemerkenswert war dabei nicht nur die Zahl der Medaillen, sondern auch die Qualität der Leistungen. Mehrere Athletinnen und Athleten, die zuletzt bereits international für Deutschland im Einsatz waren oder kurz zuvor bei der Junioren- und U23-Weltmeisterschaft in Halifax auf sich aufmerksam gemacht hatten, bestätigten auch auf süddeutscher Ebene eindrucksvoll ihre Form.

Leistungsklasse der Herren mit starken Rheinbrüder-Auftritten

In Herren-Leistungsklasse setzte, das Team vom Karlsruher Heimtrainer Yannik Hofmann deutliche Akzente. Im K4 feierten Paul Grosser und Jaron Schulz gemeinsam mit Julian Schmiech von der TSG Heilbronn und Emil Flohr aus Mannheim den Sieg. Schmiech trainiert seit dem vergangenen Jahr ebenfalls in Karlsruhe, startet jedoch weiterhin für seinen Heimatverein TSG Heilbronn.

Im Einerkajak über 1000 Meter setzte sich Vincent Hoiß in einem taktisch und kämpferisch stark gefahrenen Rennen gegen die Süddeutsche Konkurrenz durch und sicherte sich souverän den Titel. Sein Bruder Simon komplettierte das starke Abschneiden über die olympische 1000m Distanz mit Platz drei und konnte auch über 500 Meter auf den dritten Rang fahren. Sprintspezialist Jaron Schulz war es dann, der im K1 über 200 Meter als Dritter auf dem Siegerpodest stand und sich im K2 über 500 Meter gemeinsam mit Julian Schmiech die Goldmedaille sicherte.

Jaron Schulz bei der Bootswaage nach dem K1 200m Rennen
sowie bei der anschließenden Siegerehrung. (©Katinka Hofmann/Rheinbrüder Karlsruhe)

Einen weiteren Titel erpaddelte sich Paul Grosser im K2 über 1000 Meter, ebenfalls gemeinsam mit Julian Schmiech. Damit zeigte sich die Leistungsklasse der Rheinbrüder trotz dem Fehlen von U23 Medaillengewinner Hanno Wortmann und starker Konkurrenz vielseitig und geschlossen stark.

Im Canadierbereich der Leistungsklasse war Weltcupstarter Tim Bechtold nicht zu schlagen. Er gewann all seine Rennen und setzte sich sowohl im C1 über 200, 500 und 1000 Meter als auch im C1 über 5000 Meter überlegen durch. Gemeinsam mit seinem Mannschaftkameraden Nils Böhm siegte er zudem im C2 über 1000 Meter und gewann auch den Mixed C2 mit Marie-Sophie Syskowski. Bechtold unterstrich damit einmal mehr seine besondere Stellung und Vorbildfunktion im Canadierbereich.

Ein sichtlich gut gelaunter C2 bestehend aus Tim Bechtold (vorne) und Nils Böhm (hinten). (©Katinka Hofmann/Rheinbrüder Karlsruhe)

Horakh und Hirsch setzen starke Ausrufezeichen bei den Juniorinnen

Auch bei den Juniorinnen prägten die Rheinbrüder das Geschehen deutlich. Rebecca Hirsch zeigte sich in hervorragender Verfassung und gewann sowohl den K1 über 500 als über 1000 Meter ohne Probleme. Damit setzte sie kurz vor der nächsten internationalen Aufgabe ein klares Ausrufezeichen: Hirsch wird die deutschen Farben bei der Junioren- und U23-Europameisterschaft in der Kanuhochburg Szeged in Ungarn vertreten. Die beiden Titel bei den Süddeutschen Meisterschaften dürften ihr dafür zusätzliches Selbstvertrauen geben.

Eine besondere Rolle nahm auch Undine Horakh ein. Die von Trainerin Maren Knebel betreute JWM-Starterin und frischgebackene Vizeweltmeisterin im K4 von Halifax bestätigte ihre starke Form eindrucksvoll. Bei den Juniorinnen gewann sie den K1 über 200 Meter und zeigte damit auch auf der Sprintdistanz ihre Extra-Klasse. Gemeinsam mit Rebecca Hirsch siegte sie zudem im K2 über 500 Meter. und im K4 mit Hirsch, und den Jugendfahrerinnen Marie Freisinger und Morgan Fox. Als besonders Highlight gelten oft die Mixed Rennen, indem sich Undine Horakh über 500 Meter mit ihrem Nationalmannschaftkameraden Moritz Hörner gegen Rebecca Hirsch mit ihrem saarländischen K2-Partner Tom Reuter klar durchsetzen konnte und Gold gewann. Darüber hinaus stellte sich Horakh auch in der Damen-Leistungsklasse der Konkurrenz und gewann dort sowohl den K1 über 500 Meter wie auch den K1 über 1000 Meter. Damit unterstrich sie, dass sie nicht nur in ihrer Altersklasse, sondern auch im Vergleich mit den älteren Athletinnen bereits ganz vorne mitfahren kann.

Undine Horakh bei der Siegerehrung nach ihrem gewonnen K1 500m bei der Damen-Leistungsklasse. (©Katinka Hofmann/Rheinbrüder Karlsruhe)

Marie Freisinger bestätigt nach WM-Silber ihr Form

Einen herausragenden Auftritt zeigte Marie Freisinger in der weiblichen Jugend. Die Rheinbrüder-Athletin, die am vergangenen Wochenende bei der Junioren- und U23-Weltmeisterschaft in Halifax bereits Vizeweltmeisterin geworden war, knüpfte nahtlos an ihren internationalen Erfolg an und gewann in der weiblichen Jugend gleich fünf Titel. Freisinger siegte im K1 über 200, 500 und 1000 Meter und zeigte damit sowohl auf der Sprintstrecke als auch auf der längeren Distanz ihre Klasse. Die Dominanz in dieser Disziplin zeigte sich besonders in den Einer-Finals, indem sich hinter der Siegerin Freisinger mit Morgan Fox, Mara-Elie Syskowski, Lilli Simon, Sophia Armbruster und Hannah Schmidt-Kufeke jeweils vier bis fünf weitere Teamkameradinnen in unterschiedlicher Reihenfolge platzierten. Somit war klar, dass die Rheinschwestern auch in den Mannschaftsbooten nicht zu schlagen sein werden: Im K2 über 200 und 500 Meter war das komplette Siegerpodest ebenfalls durch Sportlerinnen von Trainer Cedric Maas belegt. Im K4 gab es für Freisinger/Fox/Syskowski/Schmidt-Kufeke nach einem überlegenen Start-Ziel-Sieg ebenfalls die Goldmedaille.

Marie-Sophie Syskowski dominiert bei den Juniorinnen im Canadier

Ein weiteres starkes Ausrufezeichen setzten die Rheinbrüder im von Trainer David Reeck betreuten weiblichen Canadierbereich. Junioren- WM-Starterin Marie-Sophie Syskowski dominierte die C1-Rennen der Juniorinnen und gewann über 200, 500, 1000 und 5000 Meter. Die Plätze auf dem Siegerpodest belegten jeweils ihre Teamkolleginnen und JWM-Starterinnen Emelie Göttert und Cheyenne Heidl sowie Mera Klapheck, die wie Rebecca Hirsch für die JEM nominiert wurde und in Szeged für Deutschland an den Startgehen wird. Die 18-jährige Marie-Sophie Syskowski war mit 10 Goldmedaillen die erfolgreichste Sportlerin der Süddeutschen Titelkämpfe und bestätigte ihre starke Entwicklung.

Moritz Hörner bestätigt WM-Nominierung – Jan Ganz und Nils Wirth ebenfalls stark

Auch bei den Herren Junioren gab es beachtliche Erfolge. Moritz Hörner, der bei der Junioren-WM mit Platz fünf im K2-Finale absolut überzeugte, ging in Mannheim lediglich in den Mannschaftbooten sowie im Langstreckeneiner, den er auch klar gewinnen konnte, an den Start. Zusammen mit Tom Reuter gab es überlegen Gold im K2 über 1000 und 500 Meter, vor einem weiteren Boot mit Karlsruher Beteiligung. Auch der K4 ging an die Sportler von Trainer Yannik Hofmann. Einen starken Eindruck hinterließen insbesondere die beiden Youngsters in dieser Juniorenklasse, Jan Ganz und Nils Wirth. Ganz konnte sich im Endspurt auf der 500 Meter Distanz gegen Reuter (Vfk Saar) und Wirl (Kleinheubach) als Süddeutscher Meister durchsetzen und sicherte sich auf der Sprintstecke die Bronzemedaille. Wirth musste sich auf der 1000 Meter Strecke nur dem Mannheimer Lokalmatador Ben Schütz geschlagen geben und belegte wie auch im Sprint den Silberrang. Im K4 siegte Jan Ganz gemeinsam mit Moritz Hörner, Tom Reuter und Leo Meyer. Damit zeigte die Herren Juniorenklasse der Rheinbrüder sowohl in den Einzelrennen als auch in den Mannschaftsbooten ihre Qualität und Breite.

Bei den Herren Canadier-Junioren gewann Lukas Herpel seine Rennen im C1 über 200, 500, 1000 und 5000 Meter sowie überraschenderweise den C2 der Herren LK über 500 Meter zusammen mit seinem Heilbronner Partner Salazar. Auch im Mixed C2 und C4 sicherte sich der Daxlander den ersten Platz und ergatterte sich an diesem Wochenende insgesamt sieben SDM-Titel.

Auch in der männlichen Canadier-Jugend zeigten die Rheinbrüder, dass sie bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitreden wollen. Daniel Helfrich paddelte hinter dem starken Mannheimer Lennox Joswig als zweiter über 500, 1000 und 5000m mehrfach aufs Podest und belegte Rang drei auf der Sprintstrecke. Jonas Herpel wiederum sicherte sich Silber über 200m Meter und belegte über die anderen Distanzen Rang drei. Zusammen mit Joswig gab es für die zwei Karlsruher jeweils einmal Gold im Zweiercanadier über 500 (Joswig/Herpel) und 1000m (Joswig/Helfrich) Meter. Einen weiteren Sieg gab es im C4 zusammen mit Mannschaftskamerad Enrico Nees, der wiederum im C2 jeweils mit Herpel oder Helfrich Rang zwei belegte.

Lyn Elmer mit starker Ausbeute bei den Schülerinnen

In den Schülerklassen machten die Rheinbrüder ebenfalls deutlich, dass der Nachwuchs in Karlsruhe hervorragend aufgestellt ist. Lyn Elmer gehörte bei den Schülerinnen zu den erfolgreichsten Athletinnen. Sie gewann im K1 und im K2 gemeinsam mit Rheinschwester Helen Roser über 500 Meter.bIm K4 über 500 Meter sicherte sich Elmer als Schlagfrau ebenso souverän den Titel wie über 5000 Meter mit Emilija Vucak. Zum Abschluss gab es dann noch Silber im Kanumehrkampf der AK 14 hinter ihrer BW-Teamkameradin Emma Justus und vor Anne Hofmann. Die Kanumehrkampf-Bonze-Medaille in der AK 13 sicherte sich Emilija Vucak. Damit zeigte die von Trainerin Paula Maurer betreute Elmer ihre Vielseitigkeit sowohl in den Einzelrennen als auch in den Mannschaftsbooten. Gerade die Kombination aus Kurzstrecke, Langstrecke, Teambooten und Mehrkampf unterstreicht, wie breit sie bereits in jungen Jahren aufgestellt ist.

In der Mitte die K2 500m Siegerinnen Helen Roser (links) und Lyn Elmer (rechts). (©Katinka Hofmann/Rheinbrüder Karlsruhe)

Luna Rastetter und Alexander Pitter zeigen ihre Form im Canadier

Ebenfalls stark präsentierte sich Luna Rastetter. Die letztjährige deutsche Meisterin im Kanumehrkampf gewann erneut den KMK und sicherte sich darüber hinaus weitere Siege im C1 über 500 und 2000 Meter. Zusätzlich gewann sie mit Ida Seeburger im C2 über 500 Meter und im C4 mit Lea Kosover und Mathilda Dicke über 500 Meter. Diese Sportlerinnen waren es dann auch, die zusammen mit Amelie Drexler die Silber- und Bronzeränge im Einer und Zweiercanadier Rennen belegten.

Alexander Pitter war das männliche Pendant im Bereich der Canadier-A-Schüler. Er gewann ebenfalls den C1 über 500 und 2000 Meter sowie den C2, C4 und den Kanumehrkampf der AK 14, der in diesem Jahr neben einen spezifischen 100 Meter Sprint, einem 1000 Meter Rennen sowie einem 1500m Lauf, Medizinballschocken und einem Reaktions-Sprinttest bestand. Seine Mannschaftkameraden Jakob Göttert, Arun Wagner und Adrian Sieniuc sowie der Mehrkampfsieger in der AK 13 Hannes Pechar waren jeweils die Platzierten im C1 und C2. Die von Trainer Kai Peukert betreuten Canadierfahrer/innen konnten dadurch eindrucksvoll ihre Entwicklung unter Beweis stellen.

Die 12-fache Olympia-Medaillen-Gewinnerin und Kanu-Legende Birgit Fischer (mitte) gemeinsam mit den Canadiermädels Luna Rastetter, Mathilda Dicke, Lea Kosover und Ida Seeburger nach der Siegerehrung des C2 (links nach rechts). (©Michel Dicke/Rheinbrüder Karlsruhe)

Bei den B-Schülern und B-Schülerinnen gab es in den Altersklassen AK10 bis AK12 jeweils Medaillen für Nick Kormann und Mats Hoffmann, sowie für Aenne Schröder und Jana Kormann im Kanumehrkampf. Im Viererkajak gab es Gold für Nick Kornmann, Mats Hoffmann, Nils Heth und Julian Schwenger.

Frederick Dicke und Oscar Maigré im B-Schüler-K2
sowie Nea Gleich im K1 der C-Schülerinnen

Weitere Medaillen gingen in diesen Altersklassen an: Lauryn Feuchter, Amelie Maretic, Clara Kühlers, Magdalena Brüning, Svenja Budell, Frieda Winter, Rebekka Brüning, Aileen Ebert, Hannah Eichbauer, Neoklis Dimitropoulus, Leo Marci, Patrice Appenzeller, Bogdan Matviienko, Frederick Dicke, Maximilian Ebert, Max Wirth, Leandro Rothweiler, Levi Schwörer, Til Fichtner, und Oskar Maigré. Diese Ansammlung an Medaillen zeigt, dass die Rheinbrüder nicht nur in den älteren Klassen stark besetzt sind, sondern auch die Nachwuchs Akquise und Betreuung von Jan Bechtold beachtliche Erfolge bringt und in den jüngeren Jahrgängen zahlreiche Talente entwickelt.

Breite Nachwuchsarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Die Süddeutschen Meisterschaften waren für die Rheinbrüder Karlsruhe damit weit mehr als nur eine erfolgreiche Medaillenjagd. BSP-Leiter Detlef Hofmann bilanzierte: „Die Ergebnisse zeigen, wie breit wir in allen Altersklassen und Bootskategorien aufgestellt sind. Von den Schülerinnen und Schülern über die Jugend- und Juniorenklassen bis hin zur Leistungsklasse standen Rheinbrüder-Athletinnen und -Athleten regelmäßig ganz vorne. Besonders auffällig war dabei die Mischung aus erfahrenen Leistungsträgerinnen und Leistungsträgern, internationalen Starterinnen und Startern sowie jungen Nachwuchstalenten, die bereits jetzt auf sich aufmerksam machen“.

Mit 197 Medaillen, darunter 84 Gold-, 62 Silber- und 51 Bronzemedaillen, fällt die Bilanz entsprechend eindrucksvoll aus. Der Karlsruher Traditionsverein bestätigte damit seine Vormachtstellung im süddeutschen Kanurennsport und kann mit viel Selbstvertrauen auf die anstehende Deutsche Meisterschaft Anfang September in Brandenburg an der Havel blicken.

Anstehende Termine:
22.-26.07.2026 Junioren+U23 EM Szeged/Ungarn
23.-26.07.2026 Die FINALS Hannover
31.08.-06.09.2026 Deutsche Meisterschaft Brandenburg an der Havel