Halifax/Karlsruhe, 08.07.2026: Auf dem Lake Banook in Dartmouth, einem traditionsreichen Zentrum des kanadischen Kanusports, wurden bereits zahlreiche internationale Großveranstaltungen ausgetragen. Im Stadtteil Dartmouth, auf der international bekannten Regattastrecke, trafen die besten Nachwuchsathletinnen und -athleten der Welt aufeinander. Der große See ist zwar windanfällig, dennoch herrschten auf allen Bahnen faire und vergleichbare Bedingungen – beste Voraussetzungen also für spannende Rennen auf höchstem Niveau.
Mit einem starken Gesamtergebnis sind die Athletinnen und Athleten der Rheinbrüder Karlsruhe von der Junioren- und U23-Weltmeisterschaft im Kanu-Rennsport in Halifax zurückgekehrt. Auf internationaler Bühne präsentierte sich der Karlsruher Traditionsverein einmal mehr als eine der starken Nachwuchsadressen im deutschen Kanusport. Am Ende standen drei Silbermedaillen, eine Bronzemedaille sowie mehrere weitere Finalplatzierungen zu Buche.
Über allem stand aus Karlsruher Sicht Hanno Wortmann. Der aus dem Saarland stammende Kajakspezialist, der seine zweite Saison für die Rheinbrüder Karlsruhe bestreitet, kehrte gleich mit zwei Medaillen aus Kanada zurück. Im K1 der U23 über 1000 Meter zeigte Wortmann ein herausragendes Rennen und gewann Bronze. Nach 1000 Metern fehlten ihm lediglich 0,05 Sekunden zum Weltmeistertitel. Gold ging in dem Wimpernschlagfinale an den Ungar Balint Kollek und Silber den Australier Maguire Reid – der denkbar knappe Abstand, zu den Sportlern der jeweiligen A-Teams, unterstreicht, wie dicht der Karlsruher bereits an der absoluten internationalen Spitze liegt.

Doch damit nicht genug: In der U23-Mix-Staffel über 5000 Meter paddelte Wortmann gemeinsam mit Ricka Kuinke aus Berlin zusätzlich zur Silbermedaille. In dem spannenden Rennen, bei dem immer in den Lauf Portagen zwischen den Athletinnen und Athleten gewechselt wird, legte Wortmann mit einem fulminanten Start den Grundstein zur Medaille. Das deutsche Duo musste sich lediglich den starken Dänen Jorgensen/Bonney geschlagen geben, sicherte sich aber souverän Rang zwei vor der Slowakei. Mit Silber und Bronze war er damit der erfolgreichste Rheinbrüder-Athlet dieser Weltmeisterschaft. Nach seiner Silbermedaille bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr setzte Wortmann auch in Halifax ein deutliches Ausrufezeichen und bestätigte eindrucksvoll seine internationale Klasse.


Für weiteren großen Jubel aus Karlsruher Sicht sorgten Undine Horakh und Marie Freisinger. Horakh zeigte gemeinsam mit Partnerinnen Femke Rupf/Magdeburg, Lena Gieschke/Berlin und Greta Tonscheidt/Leipzig im K4 der Juniorinnen über 500 Meter ein mutiges und geschlossenes Rennen. Nachdem sie im Vorlauf als erste in den Finallauf eingezogen sind, musste sich das deutsche Boot lediglich den starken Ungarinnen geschlagen geben,sicherten sich aber souverän mit Platz zwei die Silbermedaille vor Serbien und Neuseeland. Die Knieliengerin, die bereits im dritten Jahr in Folge für Deutschland am Start war, bestätigte damit eindrucksvoll ihren Platz im deutschen Nachwuchsteam. Auch im K1 über 1000 Meter erreichte sie fünfzig Minuten nach ihrem Erfolg im Viererkajak ohne Mühe das Finale und belegte dort einen starken sechsten Platz.


Ebenfalls zur Juniorenvizeweltmeisterin krönte sich Marie Freisinger. Die junge Rheinbrüder-Athletin von Heimtrainer Cedric Maas, die eigentlich noch der Jugendklasse angehört, hatte sich bereits jüngere Sportlerin für die Nationalmannschaft qualifiziert und nutzte ihre Chance in Halifax auf beeindruckende Weise. Im Vorlauf als dritte ins Finale eingezogen, fuhr Freisinger gemeinsam mit Levke Uhlmann aus Bochum im K2 der Juniorinnen über 500 Meter ein beherztes Rennen und überquerte als Zweite die Ziellinie. Für Freisinger bedeutet diese Silbermedaille nicht nur einen großen internationalen Erfolg, sondern auch einen wichtigen Schritt in ihrer weiteren sportlichen Entwicklung.


Knapp an einer weiteren Medaille vorbei fuhr Jette Brucker. Die erfahrene Rheinbrüder-Athletin, die bereits zum fünften Mal in Folge einer deutschen Auswahlmannschaft angehörte, erreichte mit dem deutschen K4 der U23-Frauen über 500 Meter den fünften Platz. Auf den letzten 100 Metern lag das deutsche Quartett mit Jette Brucker im Infight mit den Booten aus Spanien und Polen und im Ziel fehlte eine halbe Sekunde zur Bronzemedaille. Auch wenn der Sprung auf das Podest knapp verpasst wurde, war die Finalplatzierung auf WM-Niveau ein weiteres starkes Resultat für Brucker.

Shootingstar Moritz Hörner, der allein schon mit seiner Qualifikation zur JWM alle in ihn gesetzten Erwartungen seinen Heimtrainers Yannik Hofmann erfüllte, durfte mit seinem Im K2 der Junioren über 500 Meter erreichte er bei extrem starkem Gegenwind mit Niklas Hilbrich/Berlin direkt das Finale und wollte dort erneut angreifen. Der Rückenwind im Finale war nicht vorteilhaft für das deutsche Boot, dennoch überzeugte Hilbrich/Hörner mit einem sehr guten fünften Rang. Damit sammelte der Daxlander nicht nur wertvolle internationale Erfahrung, sondern sicherte sich gleichzeitig seine Kaderzugehörigkeit für das kommende Jahr.

m Canadierbereich sorgte die Trainingsgruppe von Heimtrainer David Reeck mit Marie-Sophie Syskowski, Cheyenne Heidl und Emelie Göttert für eine weitere starke Finalplatzierung. Im C4 der Juniorinnen über 500 Meter kämpften die drei Rheinschwestern zusammen mit ihrer Leipziger Partnerin Johanna Larsow um die Medaillen. Bereits, kurz nach dem Start zogen das favorisierte Boot der Lokalmatadorinnen und Titelverteidigerinnen aus Canada zusammen mit den Chinesinnen davon. Das deutsche Paradeboot hielt aber den Anschluss und kämpfte mit Spanien und Frankreich um die Bronzemedaille und erreichten am Ende einen guten fünften Platz


(©Cedric Maas/Rheinbrüder Karlsruhe)
Zusätzlich gingen Marie-Sophie Syskowski und Cheyenne Heidl, die bereits im vergangenen Jahr international im Einsatz waren, im C2 über 200 Meter an den Start. Auf der kurzen Sprintdistanz qualifizierten sich den Karlsruherinnen direkt für das Finale und belegten dort Platz neun.
Ein Weltspitzenergebnis brachte die Junioren Weltmeisterschaft auch wieder für die Karlsruher Bundesauswahltrainerin Maren Knebel. Drei Vizeweltmeisterschaften hatte die Doppelweltmeisterin von 2007 am Ende auf ihrer Erfolgsskala – mit Undine Horakh und Marie Freisinger sogar zwei Karlsruhe Sportlerinnen, die ein Teil ihres sechsköpfigen Damen-Junioren Teams waren.
Mit drei Silbermedaillen, einer Bronzemedaille und mehreren Finalplatzierungen fällt die Bilanz der Rheinbrüder bei der Junioren- und U23-Weltmeisterschaft in Halifax ausgesprochen positiv aus. „Die Ergebnisse zeigen nicht nur die individuelle Klasse der einzelnen Athletinnen und Athleten in allen vier Disziplinen, auf die wir sehr stolz sind, sondern auch die Breite der unserer Nachwuchsarbeit,“, bilanziert ein sichtlich zufriedener Bundesstützpunktleiter Detlef Hofmann.