Tim Bechtold steht vor schwerer Qualifikationsaufgabe

Tim Bechtold ist auf sein Ziel fokussiert ©GES/Rheinbrüder

Die Rheinbrüder sind bekannt für ihre gute Nachwuchsarbeit und während sich die Leistungsklasse-Athleten auf die 1. Nationale Qualifikation vorbereiten, ackert Tim Bechtold für den Qualifikationswettkampf für die Youth Olympic Games 2018 (YOG). Der 15-jährige Knielinger wird am 05. April nach Barcelona fliegen, um sich dort noch eine Woche auf die schwere Qualifikationsaufgabe vorzubereiten, ehe es vom 12. bis 15. April um die wertvolle Fahrkarte nach Buenos Aires geht.
Das Qualifier für die YOG ist schon alleine dadurch extrem anspruchsvoll, da es komplett anders ist, als es die Rennsport-Kanuten gewohnt sind. “Für Tim und uns alle ist diese Teilnahme an der Qualifikation für die YOG eine völlig neue Herausforderung. Tim muss sich in einem ungewohnten Terrain mit einem ganz anderen Boot in einem Slalomparcours mit einer Kenterrolle beweisen. In seinem Rennboot fährt Tim anstatt gegen acht Gegner geradeaus gegen einen Gegner auf einer Strecke die eine Acht bildet.“, erklärt Cheftrainer Hofmann die gegebene Situation. Gleichzeitig unterstreicht Hofmann jedoch, dass sein Schützling prädestiniert für diese Aufgabe ist: „Es wird spannend zu sehen sein, ob sich Tim sowohl gegen die internationale als auch nationale Konkurrenz durchsetzen kann. Tim ist ein Allroundtalent und strotzt vor Beweglichkeit, von daher müssten ihm ungewohnte Bewegungen leichter fallen als anderen, aber wir wissen nicht, was die anderen Nationen dafür investiert haben.“

Bechtold, der amtierende Deutsche Meister im C1 über 2.000 Meter, investierte in jedem Fall viel und fühlt sich gut vorbereitet. Er trainierte nach seiner nationalen Qualifikation im Herbst letzten Jahres über den Winter immer mal wieder im Slalomboot und legte sein Augenmerk zudem auf das Trainieren von Wenden. Da er im Rennsport-Boot keine Steuervorrichtung hat und alles ausschließlich mit dem Paddel erledigen muss, ist dies ein zusätzlicher technischer Anspruch, dem das Allroundtalent aber entspannt entgegen sieht: „Im Rennboot laufen die Wenden schon einmal ganz flüssig, auch das Training klappt insgesamt gut. Ich komme mit den Booten gut zurecht, muss jedoch im Slalom noch weiter üben. Da aber das Wasser noch ein bisschen zu kalt ist, ist es gerade schwierig, die Kenterrolle zu trainieren. Zum Glück haben wir aber in Barcelona auch nochmals Zeit hierfür.“

Die Wettkämpfe werden allerdings in jedem Fall anspruchsvoll werden. Während der Slalomparcours ein Rennen gegen die Zeit sein wird, werden im Rennsport-Boot die Wettkämpfe im „head-to-head“- Wettkampfmodus stattfinden und so müssen sich die Teilnehmer über Qualifikationsrennen hin zu Achtel-, Viertel- und Halbfinale durchkämpfen, bis letztendlich die beiden letzten Finalteilnehmer feststehen.

Über die Qualifikation für die YOG im Herbst in Buenos Aires dürfen sich die sechs Bestplatzierten aus der Addition von Slalomparcours und Platzierung beim „head-to-head“-Rennen freuen.

Einen Grund zum Feiern wird Tim in Barcelona auf jeden Fall haben, er wird am 09. April 16 Jahre alt – ob es nach der Rückkehr aus Spanien doppelten Grund für eine Party gibt, wird sich zeigen, der Teenager ist auf alle Fälle optimistisch: „Natürlich versuche ich es, aber man darf auch nicht enttäuscht sein, wenn es nicht klappt, da sich ja nur sechs Athleten qualifizieren können, das wird schon sehr schwer. Aber ich will es schaffen, bin auch irgendwie relativ zuversichtlich, dass es klappen wird.“ AMR

Slalom Parcours YOG Qualifier ©ICF
Rennsport Parcours „head-to-head“-Race YOG Qualifier ©ICF

 

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