Ein Ort – zwei Trainingslager

Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) hat die Chance genutzt und ist sowohl mit seiner A-Nationalmannschaft als auch mit dem Team der U23 nach Belek/Türkei ins Ausdauertrainingslager gereist. Von den Rheinbrüder Karlsruhe waren bei der A-Mannschaft die Olympiahoffnungen Sarah Brüßler, Lina Bielicke und Sophie Koch, sowie bei der U23-Auswahl Tim Bechtold, Katinka Hofmann, Xenia Jost und Jochen Wiehn, mit dabei. Als U23-Bundestrainer war Ralf Straub vom Stützpunkt in Karlsruhe im türkischen Trainingslager dabei. 

Das U23-Team der Rheinbrüder: v.l. Katinka Hofmann, Jochen Wiehn, Xenia Jost und Tim Bechtold

Alle Beteiligten schätzten das Privileg in der Pandemie reisen zu dürfen und das notwendige Ausdauertrainingslager in warmen Gefilden abhalten zu können. Bei der Umsetzung des Trainingslagers vor Ort gab es deutliche Unterschiede zwischen den beiden Nationalmannschaften. Während die Olympiahoffnungen einen direkten Zugang zum Fluss, auf dem gepaddelt wurde, hatten, hieß es für die U23 Kanuten vom Hotel mit einem Shuttle zu den Booten zu fahren. „Die Fahrt vom Hotel hat nur wenige Minuten gedauert. Das war kein großes Problem“, berichtet der Junioren-Weltmeister von 2019, Jochen Wiehn, der eher mit dem Kraftraum ohne Fenster haderte. Doch auch hier sorgten die Betreuer gemeinsam mit dem Hotel für eine Lösung, so dass die Krafteinheiten kurzerhand unter freiem Himmel stattfanden. Davon ließen sich die vier Karlsruher U23-Sportler/innen auch nicht die Laune verderben. „Wir haben gut trainiert und alles geschafft, was wir uns vorgenommen hatten.“, resümierte Katinka Hofmann kurz vor dem Rückflug in die Heimat und Vereinskameradin Xenia Jost ergänzte: „Auch mit der Strömung auf dem Fluss sind wir Karlsruher alle ganz gut und schnell klar gekommen.“ Gerade der amtierende zweifache Deutsche Juniorenmeister im Canadier, Tim Bechtold, aber auch Jochen Wiehn genossen die Trainingseinheiten mit den altbekannten Nationalmannschaftskollegen. Insbesondere auch aus diesem Grund freuen sich die Beiden, wenn es am 03. März für das U23-Team erneut nach Belek geht 

A-Team der Rheinbrüder v.l. Lina Bielicke, Sophie Koch und Sarah Brüßler

Im Team der A-Mannschaft konnten sich die drei „Rheinschwestern“ Brüßler, Bielicke und Koch ganz  unter der türkischen Sonne auf das Training konzentrierten. Sichtlich zufrieden fiel daher auch das Fazit der DM-Bronzemedaillengewinnerin über 200 Meter im Einercanadier 2020, Lina Bielicke, aus: „wir hatten hier gute Bedingungen, um eine gute Grundlage für die Saison zu schaffen.“ Auch die Vizeweltmeisterin im Zweierkajak von 2019, Sarah Brüßler, zeigte sich mit dem Trainingslager rundum zufrieden. Ihr haben die drei Wochen gezeigt, wo sie sich bis zur nationalen Qualifikation Anfang April noch verbessern kann. „Ich bin zum Einen nun doch extrem kaputt und zum Anderen habe ich festgestellt, dass es mir auf den kurzen Distanzen noch an Schnelligkeit fehlt“. Das beunruhigt die Psychologin aber keineswegs, im Gegenteil sie freut sich auf die Rückkehr an den Rheinhafen und ihre Trainingsgruppe in Karlsruhe. Gemeinsam werden sie mit den Leistungsklassetrainern Ralf Straub und David Reeck an der „Spritzigkeit“ arbeiten und den Plan bis zum April aushecken, der im Optimalfall den Grundstein zur Teilnahme an den Olympischen Spielen legen wird.  MaT

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